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Foto: Harald Hitzel

Sonntag, 02.02.2020

Jahreshauptversammlung mit Stammtisch

Ab 16:00 Uhr im Brauhaus Dellbrück.

Die Einladungen werden noch vor Weihnachten 2019 an die Mitglieder versandt.


Bild des Monats

Foto: Henning Wall Foto: Henning Fotos: Henning Wall
Der traurige Endbahnhof Kranichfeld, heute ein eingleisiger Haltepunkt an der eingleisigen Strecke mit der VzG-Nr. 6681 der ehemaligen Bahn Weimar-Berka-Blankenhain, die zum Bachstein-Konzern gehörte, zuletzt zur Thüringer Eisenbahn AG und von der DR der DDR 1949 verstaatlicht wurde, ebenso wie andere Privatbahnen.

Eröffnet wurde diese normalspurige Nebenbahn am 15. Mai 1887 (Genehmigung vom 2. Februar 1886) zunächst bis Tannroda mit einer Zweigstrecke von Berka (heute Bad Berka) nach Blankenhain als Staatbahn des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach. Die Firma Hermann Bachstein, Berlin, (spätere Centralverwaltung für Sekundärbahnen, kurz: CV) erbaute die Bahn und verlängerte sie 1888 von Tannroda nach Kranichfeld. Auf der Zweigstrecke nach Blankenhain endete der Personenverkehr am 22.05.1966, der Güterverkehr am 24.09.1967. Bis Kranichfeld wurde jedoch noch bis zum 27.05.1995 Güterverkehr betrieben. Die DB AG bezeichnet diese Strecke als Ilmtalbahn. Hier wurden zeitweise auch die Doppelstocktriebwagen eingesetzt. Seit Juni 2012 betreibt die Erfurter Bahn diese Strecke im SPNV.

Weimar war auch noch Ausgangspunkt weiterer Bahnen des Bachstein-Konzerns. Nördlich des Weimarer Bahnhofs begann das 54 km lange 1000 mm-Netz der Schmalspurbahn Weimar-Rastenberg/Großrudestedt. Zwar hatte das Berliner Unternehmen Soenderop & Co. die Bahn ab 1886 abschnittsweise erbaut und 1887 eröffnet, doch 1897 übertrug man der Centralverwaltung (CV) von Hermann Bachstein in Berlin die weitere Betriebsführung und den Ausbau der Bahn. Wirtschaftliche Schwierigkeiten führten 1923 zur Gründung der Thüringischen Eisenbahn AG, die auch zur CV gehörte. Nach 1946 wurden die Gleisanlagen der Schmalspurbahn als Reparations-Leistung von den Sowjets abgebaut.

Von der Schmalspurbahn Weimar - Großrudestedt, die abschnittsweise ein Dreischienengleis aufwies, zweigte nördlich Weimar die berüchtigte Buchenwaldbahn ab. Bachstein hatte von den Nazis 1943 den Auftrag erhalten, das ab 1937 errichtete KZ Buchenwald (zuerst KZ Ettersberg) mittels einer Anschlussbahn zu bedienen. Die Bahn wurde sogar noch nach Kriegsende weiterbetrieben und erst 1953 eingestellt.

Der vor uns liegende 9. November ist nicht nur ein fröhlicher Tag des Mauerfalls, sondern hat auch die schicksalhafte Bedeutung als Tag der Judenprogrome. Juden und andere unliebsame Subjekte wie Kommunisten und andere politisch Unbequeme, Schwule und Behinderte wurden in Konzentrationslagern wie Buchenwald, Bergen-Belsen, Dachau, Oranienburg, Mittelbau (Dora), Sachsenhausen, Theresienstadt, Mauthausen und Auschwitz eingepfercht und ermordet. Viele dieser KZs sind auch eisenbahnmäßig erschlossen gewesen - kein Ruhmesblatt für die Reichsbahn (und auch nicht für Bachstein).

Bilder und Originaltext: Henning Wall

Flügelrad-Stammtisch

Der nächste Stammtisch im Brauhaus Dellbrück findet am Dienstag, 07.01.2020 statt.

Anreise mit Stadtbahn - Halt: Dellbrück Hauptstraße, mit der S11 - Halt: Bahnhof Dellbrück - Adresse: Hauptstraße 61, Köln-Dellbrück.