22. Juni 2003 -
Mit Schwebebahn und Oldtimer-Straßenbahn
durchs Bergische Land

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Frank und  Harald hatten sich diesen schönen Tag ausgedacht: mit dem Kaiserwagen der Schwebebahn durch Wuppertal und anschließend ein Besuch der weit und breit einzigen Museumstraßenbahn, den „Bergischen Museumsbahnen (BMB)“ zwischen Wuppertal und Solingen. Nicht ganz einfach war es, diese beiden Ziele unter einen Hut zu bringen. Denn die BMB fährt nur zweimal im Monat, und der Kaiserwagen ist sehr beliebt und daher oft lange im voraus ausgebucht. Am Sonntag, dem 22. Juni, klappte es dann.

Bei schönstem Sommerwetter trafen sich 24 Leute in Wuppertal-Vohwinkel, wo der einzige noch aus der Eröffnungszeit stammende Zug der Schwebebahn, eben der Kaiserwagen, als Sonderzug wartete. Pünktlich um elf Uhr startete der Zug mit uns Richtung Oberbarmen. Die Wagen sind innen und außen weitgehend in den Originalzustand zurückversetzt und verbreiten entsprechende  Atmosphäre. Nur Kaiser Wilhelm, der tatsächlich einst zur Einweihung der Schwebebahn mit diesem Zug gefahren war, war diesmal nicht dabei. Dafür hatten sich Fahrer und Kondukteur in kaiserliche Uniformen geworfen.
Frank berichtete unterwegs per Mikrofonanlage über die Geschichte der  1901 eröffneten Schwebebahn und wies uns als eingeborener Wuppertaler auf mancherlei Besonderheiten rechts und links der Strecke hin. So lernten wir u.a., daß Vohwinkel, Sonnborn und Elberfeld noch zum Rheinland zählen, während in Barmen bereits Westfalen anfängt (Frank ist natürlich Rheinländer!). Auch die - übrigens wahre -  Geschichte von Tuffi, dem Elefanten, der einmal in Panik aus der Schwebebahn sprang und heil in der Wupper landete, fehlte nicht. So verging die 13,3 km lange Fahrt im wahrsten Sinne des Wortes wie im Fluge.

Am Endpunkt Oberbarmen mußten wir den Kaiserwagen verlassen, da Fahrgäste nicht durch die Endschleife mit den Abstellgleisen fahren dürfen. Dafür gelang es dann aber, ein paar Fotos zu machen, denn Fotohalte auf freier Strecke sind aus naheliegenden Gründen bei dieser Bahn nicht möglich. Die Rückfahrt führte uns nur bis zur Haltestelle Döppersberg, wo wir in einen Schnellbus der Linie CE 64 umstiegen. Dieser brachte uns zügig aus der Großstadt hinaus ins eher ländliche Bergische Land zur Station Kohlfurther Brücke.

Hier haben Straßenbahnfreunde das letzte Stück des früher riesigen meterspurigen Straßenbahn-Überlandnetzes erhalten und zur Museumsbahn ausgebaut. An der Kohlfurther Brücke, wo die Wupper  die Stadtgrenze zwischen Wuppertal und Solingen bildet, entstand ein kleiner Betriebshof mit Wagenhalle und Depotgleisen. Von hier aus kann man mit historischen Fahrzeugen über den Rest der früheren Linie 5 (Wuppertal-Solingen) hinauf nach Cronenberg fahren. Die Strecke führt steil bergan durch dichten Wald hinauf zur vorläufigen Endstelle Greuel. Eine Verlängerung um einige hundert Meter Richtung Cronenberg ist geplant. Ein Vierachser der Rheinbahn (ex Linie V, Düsseldorf-Benrath - Wuppertal-Vohwinkel) brachte uns in gemächlicher Fahrt hinauf nach Greuel. Einige fuhren gleich wieder zurück, andere besuchten das naheliegende Naturfreundehaus zur Kaffeepause.
Ein kleiner Trupp machte sich danach zu Fuß auf und genoß die Kühle des Waldwegs parallel zur Museumsstraßenbahn. An der Kohlfurther Brücke knallte die Sonne vom Himmel - auszuhalten war es nur in der  Wagenhalle oder im nahegelegenen schattigen Biergarten namens „Strandcafé“  direkt an der Wupper. Dort trudelte dann auch bald der größte Teil der Gruppe ein und genoß eine friedliche Stunde bei kühlen Getränken und netten Gesprächen.

Gegen 16 Uhr verließen wir die Kohlfurther Brücke und vertrauten uns wieder dem Schnellbus nach Döppersberg an. Mit einem Plankurs der Schwebebahn ging es nun zur Haltestelle Zoo/Stadion. Auffallend war dabei, daß der betagte Kaiserwagen wesentlich bessere Laufeigenschaften hat als die modernen Züge aus den siebziger Jahren! Im alten Empfangsgebäude des S-Bahnhofs Zoo befindet sich heute ein schönes Lokal, wo unsere Organisatoren Tische für uns reserviert hatten. Hier klang der herrliche Sommertag aus - mit mexikanischer oder internationaler Küche, je nach Geschmack.

Nicht ganz so herrlich verlief die Heimfahrt, die die meisten Richtung Köln führen sollte. Das Unternehmen Zukunft (oder eher Zufall?) hatte wieder einmal ein mittleres Fahrplanchaos veranstaltet und war wahrscheinlich mit  dem Rückreiseverkehr des langen Wochenendes (Feiertag und Brückentag!)  überfordert. Unsere Regionalbahn ab Vohwinkel nach Köln hatte  jedenfalls gut 25 Minuten Verspätung - damit konnten wir die Anschlüsse in Köln in den Wind schreiben. In der Gegenrichtung sah es nicht anders aus, da endete sogar eine RB vorzeitig in Vohwinkel, weil die nächste schon im Blockabstand dahinterhing. Es sausten zwar einige Leerreisezüge Richtung Köln an uns vorbei, aber was nutzt es? Schließlich kam der Zug nach Köln doch noch, und die Gruppe teilte sich. Die sechs Aachener zogen es nämlich vor, auf den direkten Regionalexpress über Düsseldorf zu hoffen, der dann sogar - o Wunder - pünktlich war.

Jedenfalls bleibt wieder einmal die Erinnerung an einen tollen Ausflugstag, hervorragend organisiert von unseren Wuppertalern!

Hans

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