Flügelradtour nach Winterberg im Sauerland
am 11. März 2006

In den letzten Schnee sollte es gehen, denn als wir die Fahrt im Januar planten, konnte noch keiner ahnen, daß es auch im Rheinland in diesem Winter reichlich Schnee geben würde. So hatten einige schon die Nase voll von der weißen Pracht, und es fanden sich erst mal nur acht Flügelrädler am Infopunkt im Kölner Hauptbahnhof ein. Drei weitere kamen in unbedeutenden Haltepunkten wie Düsseldorf und Dortmund dazu, und mit unserem Begleiter „Ingo“ waren wir dann zusammen zwölf!

Mit dem RE 1 ging es von Köln bis Dortmund. Schon hinter Leverkusen begann es zu schneien. Von Dortmund brachte uns der RE 57 im modernen LINT Baureihe 648 weiter nach Winterberg, der höchstgelegenen Gemeinde in NRW. Hier wurde zunächst bis Bestwig die obere Ruhrtalbahn befahren. Leider hat die Eisenbahnerstadt Bestwig ihre besten Zeiten auch schon hinter sich, das ehemalige Betriebswerk, das in den 70er Jahren viele Dampflokomotiven auf die Strecke schickte, dient heute als Abstellplatz für Busse, der früher imposante Ringlokschuppen ist dem Verfall preisgegeben. Der letzte Teil der Strecke, die Nebenbahn von Bestwig nach Winterberg, steigt auf ca. 27 Streckenkilometern um etwa 300 Höhenmeter an. Leider war die Aussicht auf die schöne Landschaft entlang der Strecke etwas durch die Tatsache getrübt, daß auch die Waschanlagen von DB-Regio sich wohl mit dem Streik im öffentlichen Dienst solidarisch erklärt hatten.

Der Bahnhof Winterberg liegt ca. 655 Meter hoch. Auch hier sind zum Bedauern aller die großen Gleisareale, die früher zum Abstellen der Skisonderzüge dienten, stark zurückgebaut, und die Weiterführung der Strecke Richtung Hessen ist längst stillgelegt und abgebaut. Am Ziel gegen 13.10 Uhr angekommen, mussten einige angesichts Kälte und Schneehöhe erst noch ihre Ausrüstung ergänzen. Ein Paar Stiefel und zwei Wollmützen sorgten für die Belebung des Winterberger Einzelhandels. Neben den Straßen und in den Gärten lag der Schnee teilweise zwei Meter aufgetürmt, auf den Wiesen war es immerhin ein guter Meter. In einer gut einstündigen Wanderung ging es durch den verschneiten Winterwald, teilweise hintereinander auf einem sehr schmalen festgetretenen Schneeweg, dann wieder über hüfthohe Aufschüttungen, zum Kahlen Asten auf immerhin 842 Meter hoch. Wer neben den Weg trat, versank mehr als knietief im Schnee. Leider war der Aussichtsturm  wegen Renovierung nicht zu besteigen, aber im „Berggasthof“ sorgten warmer Apfelstrudel, Kaffee und Kakao, Bier, Würstchen und Fritten für gute Stimmung.

Nach der Pause ging es wieder durch den Winterwald in die Kleinstadt zurück, wo sich die gesamte Gruppe im „Winterberger Hof“ bei Westfälischem Essen erneut stärken konnte. Dann wurde es leider schon Zeit, zum Bahnhof aufzubrechen, und auf dem selben Weg ging es zurück nach Köln, wo wir gegen 21 Uhr eintrafen. Trotz der Kälte und des Schnees war es eine gelungene Fahrt, die man vielleicht in ähnlicher Weise im kommenden Jahr Richtung Brilon Wald oder Willingen wiederholen könnte.

Tja, und wer sich zu Beginn fragte, wer ist wohl „Ingo“, hier die Erklärung: “Ingo“, so hatten die Wetterfrösche das Hochdruckgebiet getauft, das für das kälteste Wochenende Mitte März seit Beginn der Wetteraufzeichnungen sorgte.

Volker & Erwin

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