Tippeltour über den Rheinsteig
13. Mai 2006

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Samstag, 13. Mai, 7 Uhr morgens: das Telefon klingelt. Am anderen Ende ist Eckart - ob wir die Tour nicht lieber absagen sollen? Der Wetterbericht ist wirklich mehr als bescheiden: heftige Gewitter mit Sturm und Starkregen sind angekündigt! Andererseits ist in Köln um sieben die Welt noch in Ordnung mit einer blassen Sonne am Himmel. Also sind wir mutig und ziehen das Programm durch, zumal Nico und Mats aus Kerkrade bestimmt schon auf der Autobahn nach Köln sind.

Sechs Flügelräder treffen sich in Köln Hbf zum RE 5 Richtung Koblenz, in Koblenz und Osterspai kommen Nr. 7 und Nr. 8 dazu. Damit sind wir diesmal auch schon komplett - so eine richtige Wanderung scheint doch nicht ganz so zu ziehen wie die weniger anstrengenden Bahntouren...

Unser Zielbahnhof ist Lorch auf der rechten Rheinseite. Von hier aus wollen wir ein Teilstück des 2005 neu ausgeschilderten Rheinsteigs bis Assmannshausen erwandern. Die Idee hatte Manfred, die Führung vor Ort übernimmt Eckart. Erst einmal geht es durch die Gässchen von Lorch bergauf in die Weinberge, der erste Blick auf das Rheintal tut sich auf. Nach dem Aufstieg bleibt der Weg recht bequem auf der Höhe - bis sich die ersten Seitentäler quer legen. Also wieder runter in den Talboden und auf der anderen Seite schweißtreibend wieder hinauf. Die Waldpartien sind angenehm kühl, denn das Wetter hält sich partout nicht an die Vorhersage. Meistens scheint die Sonne, nur ab und zu schieben sich Wolken davor. Nach einem guten Drittel der Strecke machen wir Rast an der „Georgsruh“ mit einem tollen Tiefblick auf den Rhein, die zahlreichen Ausflugsschiffe und natürlich auch auf so manchen Intercity oder elend langen Güterzug.

Nach und nach zieht sich unser Trupp auseinander. Reiseleiter Eckart und Klaus sind bald weit voraus, nur auf längeren geraden Stücken sieht man sie noch voranmarschieren, in ein angeregtes Gespräch vertieft. Sei’s drum - der Weg ist gut markiert, verlaufen können wir uns nicht. In einem letzten steilen Aufstieg zweigt der Rheinsteig scharf rechts vom Forstweg ab, dann haben wir den höchsten Punkt unserer Tour erreicht. Von Eckart und Klaus ist inzwischen gar nichts mehr zu sehen, wahrscheinlich sitzen sie schon in Assmannshausen beim Kaffee. Nach einem fast schon alpin anmutenden Teilstück mit schmalem, felsigen Pfad langen wir in den Weinbergen hoch über unserem Ziel an. Der Weg ist in voller Länge bis Assmannshausen einsehbar, aber unsere beiden verlorenen Jungs sind nirgends zu entdecken. Allmählich schwant uns etwas - sollte unser Wanderführer an dem Abzweig vorhin etwa geradeaus marschiert sein? Während einer ausgiebigen Fotopause mit Blick auf den Dampfer „Goethe“ auf seiner Fahrt nach Rüdesheim bewahrheitet sich unsere Vermutung: Eckart und Klaus tauchen tatsächlich hinter uns auf! Das gibt natürlich großes Hallo - wer den Spaten hat, braucht eben für den Schutt nicht zu sorgen (oder so ähnlich).

Beim Abstieg nach Assmannshausen fallen endlich ein paar Regentropfen, aber erst als wir im rettenden Café sitzen, öffnet der Himmel kurzzeitig richtig seine Schleusen. Das ist aber bald vorbei, und wir gelangen trockenen Fußes zum Anleger der Köln-Düsseldorfer, wo wir die „Goethe“ für die Rückfahrt nach Koblenz besteigen. In gemächlicher Fahrt zieht das Rheintal mit seinen Burgen und Weinorten, mit der Loreley und anderen berühmten Punkten an uns vorbei. Die Deutsche Bahn bietet auch immer wieder Interessantes auf der rechten oder linken Rheinstrecke, u.a. einen Lokzug mit 14 (!) Elloks. Bei einem feinen Weißwein, den uns Eckart aus Anlaß seines Geburtstages am Vortag spendiert, klingt ein schöner Wandertag aus, und die strapazierten Beine können sich von 15 km Wanderstrecke und 745 m Höhendifferenz erholen.

Hans

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