Oktober 2003: Wochenendtour in die Pfalz
Mit Matthias zur Weinprobe in Rheinhessen

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Mitte Oktober machten sich 18 Leute auf, um unter Führung von Matthias ein wein- und bahnseliges Wochenende in Rheinhessen und der Pfalz zu verbringen.
Freitags ging es los - von Köln Hbf mit RE-Zügen über Koblenz  bis Bingen Stadt und weiter nach Alzey, das als Standquartier diente. Wegen  des Umbaus der linken Rheinstrecke zwischen Koblenz und Mainz waren wir vorausschauend zwei Stunden früher als ursprünglich geplant aufgebrochen - und das war gut so! Unserem Zug ab Koblenz gelang es nämlich nicht, den eigens aufgestellten Baustellenfahrplan auch einzuhalten, er fuhr satte 30 Minuten Verspätung ein. Dank dem frühen Aufbruch traf uns das aber nicht besonders, und wir erreichten am frühen Abend unser Ziel Alzey.

Nach Bezug der Hotelzimmer stand auch schon einer der Hauptprogrammpunkte an. Mit mehreren Taxis fuhren wir ins benachbarte Framersheim (vor vielen  Jahren hätte man da noch mit der Bahn hinfahren können), wo wir von unserem Gastgeber Dieter auf seinem Hof empfangen wurden. In einer liebevoll nostalgisch eingerichteten Weinstube wurden wir mit einem rheinhessischen Perlwein namens „Amasecco“ begrüßt. Mit zum Empfangskomitee  gehörte Franz Zink, im Hauptberuf Winzer und nebenher Bürgermeister von Framersheim. Nach diesem Aperitif zogen wir um in einen wunderschönen Saal, wo eine lange, stimmungsvoll gedeckte Tafel auf uns wartete. Wir kamen uns vor wie die Ritter der Tafelrunde.
Serviert wurde eine einheimische Spezialität: „Backesgrumbeere“. Das ist ein Kartoffeleintopf, verfeinert mit Weißwein. Parallel zu  diesem Gericht fand die Weinprobe statt - sechs verschiedene Weinsorten wurden im Laufe des Essens serviert, dazu gab es hochinteressante Erläuterung  von Franz Zink. Mit der guten Grundlage der Backesgrumbeere im Magen ließ  sich das ganz gut durchhalten - dass die ohnehin schon gute Stimmung im Laufe des Abends sich weiter steigerte, braucht wohl kaum erwähnt zu werden. Nach dem Essen zog es einige vor den gewaltigen offenen Kamin im  Saal, in dem ein prächtiges Feuer prasselte. Der Wein floß weiterhin  in Strömen... Zu später Stunde legte unser Gastgeber Dieter im  Obergeschoß alte Schellack-Platten auf, so dass sich manch einer kaum  trennen konnte. Erst spät in der Nacht ging es zurück nach Alzey.

Der eine oder andere hatte denn auch am Samstagmorgen leichte Probleme,  pünktlich zum Frühstück zu kommen. Erstaunlicherweise erschien  die Truppe komplett am Bahnhof Alzey zur Fahrt nach Bad Kreuznach, wo Eckart  (unser „Schängelche“) eine Stadtführung organisiert hatte. Einziger Wermutstropfen war dabei der einsetzende Regen. Wir ließen  uns aber nicht die Laune verderben und wärmten uns nach dem lehrreichen Rundgang in einem Café wieder auf. Die Unentwegten fuhren noch weiter  nach Bad Münster am Stein, während der Rest nach Alzey zurückkehrte und einen Kurzausflug mit der Eurobahn nach Kirchheimbolanden anhängte.
Abends trafen wir uns in einem netten Weinlokal in Alzey, das - welch ein  Zufall - dem Bürgermeister von Framersheim gehörte. So kannten  wir uns auf der Weinkarte schon aus und konnten entsprechend ordern. Irgendwann kriegte die Wirtin spitz, was wir für eine Truppe waren und dass wir am Abend zuvor in Framersheim gewesen waren. Sie hatte die herrlichen Backesgrumbeere  für uns gekocht! Damit war das Eis natürlich endgültig gebrochen, und es wurde ein ausgesprochen feuchtfröhlicher Abend mit etlichen Sondereinlagen von Roland, die allgemein zu Bauchschmerzen vor Lachen führten. Leider sorgte die Wirtin dafür, dass der attraktive junge Kellner sich  kaum noch bei uns blicken ließ - es war nämlich ihr Sohn, und bei solchen Gästen man weiß ja nie... So wurde es natürlich  wieder spät, wir waren die letzten Gäste im Lokal.

Der Sonntag begrüßte uns, o Wunder, mit strahlendem Sonnenschein.  Das nutzten wir zu einem Rundgang durch Schloß und Altstadt, ehe Matthias  zum Eisenbahnprogramm trommelte. Die DB brachte uns von Alzey südwärts nach Monsheim, wo eine kleine Abordnung vom FES zu uns stieß. Hier stiegen wir in eine Schienenbus-Garnitur um, die nur sonntags im Ausflugsverkehr die stillgelegte Zellertalbahn nach Langmeil befährt. Die Strecke ist durch den Donnersberg-Touristikverband von DB Netz gepachtet, verantwortliches Eisenbahnunternehmen ist die Eurobahn, die gemeinsam mit einer Gruppe von  Bahnfreunden den Betrieb durchführt und Fahrzeuge der Hochwaldbahn  einsetzt. In recht flotter Fahrt brauste der Schienenbus durch das weite Tal, an hübschen Weindörfern vorbei, und erreichte viel zu schnell den Bahnhof Langmeil an der Alsenzbahn.

Mit der DB machten wir einen Schlenker über Kaiserslautern nach Lambrecht  mitten im Pfälzer Wald, wo uns eine Fahrt mit dem „Kuckucksbähnel“  durchs Elmsteiner Tal erwartete. Gezogen von der „Speyerbach“,  der ehemaligen Moll'schen T 3, dampften wir hinauf nach Elmstein. Die dortige  Gastronomie bekleckerte sich allerdings nicht mit Ruhm - sie schaffte es  nicht, innerhalb von 30 Minuten ein paar Tassen Kaffee zu produzieren. So  zogen wir eben ohne Stärkung wieder ab, und die Gastronomie blieb auf dem bestellten Kaffee sitzen. Der Dampfzug erhielt für die Rückfahrt Vorspann durch eine V 36, denn ab Lambrecht fuhr er über die DB-Hauptstrecke durch bis Neustadt/Weinstraße. Dortselbst war der Bär los - unübersehbare  Menschenmassen tummelten sich auf dem Weinfest.
Der größte Teil der Flügelrad-Gruppe blieb noch in Neustadt zum Abendessen, wo dem Vernehmen nach Roland noch einmal zu Höchstform auflief und das ganze Lokal einschließlich Bedienung zu Lachstürmen hinriss. Der Berichterstatter dagegen quetschte sich zusammen mit drei weiteren Flügelrädlern als soundsovielter Hering in einen RE nach Mannheim, um von dort aus per ICE zu halbwegs manierlicher Stunde wieder die Heimat zu erreichen.

Hinter uns lag ein Wochenende, an das sich wohl alle noch lange erinnern werden. An dieser Stelle noch einmal ein besonderer Dank an Matthias für  die tolle Organisation und an unsere Gastgeber in Framersheim!

Hans

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