Ardennen-Rundfahrt
Köln - Lüttich - Luxemburg - Koblenz - Köln

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Gemeinsame Fahrten mit der Bahn sind ein wichtiger Bestandteil des Vereinslebens bei Eisenbahnfreunden. Dabei will man möglichst viel gemeinsam sehen und erleben - während der Fahrt und am Ziel. Das daraus resultierende Gemeinschaftserlebnis ist bei schwulen oder lesbischen Eisenbahnfreunden keinen Deut anders.
Unsere Lucy berichtet von der großen Ardennen-Rundfahrt im September 2005.
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Zunächst die Zusammenfassung: Es war mal wieder klasse!

Nun die Details: Die lange Tour bedarf einer frühen Abfahrt, und das Treffen am Service-Point des Hauptbahnhofs Köln überrascht mich mit ca. 30 Mann, wobei mit meiner Person bereits alle Frau anwesend sind.
Mit dem RE1 geht es zunächst zur Printen-City Aachen. Ab hier mit belgischer Gleichspannung im Triebwagen, weit weniger komfortabel als die zuvor benutzten Dostos (Doppelstockwagen), beginnt die Klettertour in die belgischen Alpen. Der Führerstand ist rechts neben dem Wagenübergang angeordnet und ähnelt eher einer Quetschkommode mit einer Reihe Hebel, Anzeigen und einer Aussicht nach vorn und rechts. Bitte keine Koffer vor der Kommode abstellen! Die Fahrt von Aachen ins belgische Welkenraedt - knapp an der Südspitze der Niederlande - ist mit Holland verglichen enorm hoch. Im Bereich der Grenze findet der Gleiswechsel von Rechts- auf Linksverkehr kreuzungsfrei statt.

In Lüttich ist ein Aufenthalt von zwei Stunden angesagt. Die Maas (frz. la Meuse, sprich „Möse“) macht sich weit netter her, als ich den Fluss durch Brüssel in Erinnerung habe. Hoch zu Ross sitzt Albert neben der nach ihm benannten Brücke Pont d'Albert. Viel mehr fasziniert der Bahnbetrieb im Bahnhof Liège Guillemins, der für einen Planhalt des französischen Thalys eher als ein Provisorium erscheint. Ein von Brüssel einfahrender Fernzug hämmert über die Doppelkreuzungsweiche (innenliegende Zungen) in der Einfahrt, wo scheinbar die Gleisbauleute nichts Wichtigeres zu tun hatten, als die Schienen im Kreuzungsbereich in Stücke zu teilen, die eher zufällig den darüber fahrenden Zug noch tragen können. Jede Achse drei Schläge. Ein anderer schwerer Fernzug fährt Richtung Brüssel hinaus. Von Liège-Guillemins bis Ans ist eine Steigung, die den Abschnitt von Aachen nach Welkenraedt noch übertrifft. Eine Schublok - üblicherweise nicht angekuppelt - schiebt bis Ans nach.

Unser Zug trifft pünktlich ein. Es ist ein Interregio von Liers (nördlich von Lüttich) nach Luxemburg. Die Fahrt ist entsprechend der Landschaft recht gemütlich, wird erst in Luxemburg flotter, wobei das Tal in dem Bereich auch deutlich weiter ist. In Luxemburg ist wieder Rechtsverkehr und es wird - wie in Frankreich - auf 25kV, 50Hz gefahren (schon ab Rivage in Belgien übrigens). Die Einfahrt in die Hauptstadt führt über ein paar Viadukte.
Von Norden kommt unsere Linie aus Lüttich, nach Westen geht es nach Namur - Brüssel bzw. zu den Franzmännern, während die Linie nach Osten (und die nach Süden im großen Bogen) Richtung Trier führt. Der Abzweig liegt zwischen den Viadukten. Die Petrusse mündet hier in die Alzette, beides Flüsse, die nicht von jeder Weltkarte hergegeben werden.

3½ Stunden stehen für die Stadtbesichtigung zur Verfügung. Nach kurzer Zeit wird mir klar, dass es ein großer Fehler war, dass ich dereinst mit dem Auto angereist war und viel zu wenig von der Stadt zu sehen bekam. Mit etwa 82.000 Einwohnern ist die Stadt zwar mit Abstand die größte des Landes, aber sehr klein für deutsche Metropolen. Dennoch: Es ist eine Metropole, die eine Reihe Sehenswürdigkeiten längs der Schlucht hat, die von Alzette und Petrusse geprägt wurden. Der Abschluss der Stadtbesichtigung sind die Katakomben.

Nach so viel Kucken und Reden sind die ersten Herren dann offline. Weiter geht es von der Alzette über einen Sattel ins Tal der Mosel und mit dem deutschen RE nach Koblenz, wo uns „Rhein in Flammen“ präsentiert wird.
Doch was wäre schon eine Fahrt, wenn da nicht auch ungewöhnliche Leute erscheinen würden? Kommt doch tatsächlich ein Herr und tänzelt in einer „seltsamen Gangart“ den Weg zwischen den Füßen durch. Die Blicke verfolgten ihn. Als ich den lieben Raimund aus Bonn zitiere: „Wenn der mir mal nicht schwul ist …!?“ gibt Matthias gleich zu bedenken: „Aber davon gibt es doch nur ganz wenige!“ Zum Rhein in Flammen noch flott ein Bier auf dat Jeburtstachskind Schengelche!

Trinke mehr Weizen, dann brauchst du nicht heizen!

Lucia, Köln

Zu den >>> Bildern der Ardennenfahrt

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