Straßenbahn-Tour nach Krefeld
11. März 2007

Einen tollen Bildbericht dazu hat Lucy ins Netz gestellt >>>

Pünktlich um 10.20 Uhr am Sonntag, den 11.3.2007, in der Haupthalle des Kölner Hauptbahnhofs am Info-Point hieß es wieder: „Auf geht´s ... zur Flügelrad-Tour“. Das schöne Wetter lockte und mit oder ohne „Bahn-Card 100“ aber dann mit dem „Schöner Tag Ticket NRW“ sollte es diesmal nach Krefeld zur meterspurigen Straßenbahn gehen, um dort alle Linien der Straßenbahn zu erfahren. Krefeld hat zwar „nur“ vier Straßenbahnlinien - aber die sind teilweise recht lang und überlagern sich in der Innenstadt. Alle Linien führen am Hauptbahnhof vorbei und dem zentralen Verkehrsknotenpunkt „Rheinstraße“, wo auch die normalspurige Stadtbahnlinie U 76 der Rheinbahn aus Düsseldorf ihren Endpunkt hat. Mit drei NRW-Tickets aus den Automaten der Kölner Bahnhofshalle war die Gruppe zunächst gut versorgt, denn die weiteren Mitfahrer hatten „Bahn-Card 100“ oder „Ticket 2000“ des VRR. Kurz vor Abfahrt des Zuges (RE 7 nach Krefeld) wuchs die Gruppe nochmals an, weitere Zusteiger in Dormagen, Neuss und Krefeld Hbf (sowie Krefeld-Dießem) brachten es schließlich auf eine Teilnehmerzahl von 23.

Da die Linien in Krefeld sich sonntags rar machen, nur alle 30 Minuten verkehren und am Hauptbahnhof um Minute 30 gebündelt abfahren, war zwischen der planmäßigen Ankunftszeit des RE 7 aus Köln, 11.25 Uhr, und der Abfahrtszeit der Straßenbahn nicht viel Zeit zu verbummeln. Der RE 7 erreichte nach flinker Fahrt Krefeld und war pünktlich bei der Ankunft am Bahnsteig in Krefeld Hbf. Auch der kurze Übergang zur Straßenbahn glückte. Die erste Fahrt führte uns in 12 Minuten mit der Linie 041 nach Fischeln Grundend. Da der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr in Bereiche von 0 bis 9 aufgeteilt ist und Krefeld zum Bereich mit der „0“ gehört, fangen die eigenen Linien der Krefelder Verkehrsbetriebe „SWK mobil“ mit einer „0“ an - ein etwas gewöhnungsbedürftiger Anblick. Die vier Straßenbahnlinien tragen die Liniennummern 041 bis 044 und entsprechen etwa den früheren Linien 1 bis 4 vor Gründung des VRR. Die Endhaltestelle in Fischeln Grundend liegt heute direkt an der gleichnamigen Stadtbahnhaltestelle der Linie U 76 der Düsseldorfer Rheinbahn. Diese Stadtbahnhaltestelle ist mit Hochbahnsteig und Linienleiter ausgestattet und eingerichtet für lange Züge mit Stadtbahnwagen B, denn während die Straßenbahn in Krefeld mit Solo-Wagen fährt, wird die U 76 in Doppeltraktion gefahren. Bereits in Krefeld-Dießem ist es dann mit dem stadtbahnmäßigen Ausbau wieder vorbei, hier sind die Bahnsteige wie bei der Straßenbahn niedrig und der B-Wagen muß seine Klapptrittstufen ausfahren. Wir fuhren mit der U 76 von Fischeln zurück in die Krefelder Innenstadt und erreichten die Endhaltestelle Rheinstraße der U 76, gleichzeitig zentraler Knoten der SWK-mobil-Linien und für uns im Laufe des Tages mehrfacher Umsteigepunkt zwischen den Fahrten mit den Linien 041 bis 044. Auch an der Rheinstraße muß der Fahrgast der U 76 über die Klapptrittstufen zum Pflaster hinabsteigen - besonders heikel, wenn die unterste Stufe nicht ausfährt.

Mit der Linie 043 ging es von der Rheinstraße in 19 Minuten Fahrzeit nach Krefeld-Uerdingen, wo die Linie in einer Kehranlage vor dem Bahnhof endet. Die Fahrt führt über die Uerdinger Straße in östliche Richtung, vorbei am Eingang zum Krefelder Zoo und vielen alten Krefelder Villen. In Uerdingen wurde der Wunsch geäußert, einen Abstecher zum Rhein zu machen. Also fuhren wir wieder eine Haltestelle zurück und gingen zu Fuß durch Alt Uerdingen, um Vater Rhein in seinem Bett zu sehen. Der hatte gerade Hochbetrieb und war dabei, viel Wasser stromab zu pumpen - brauchte sein Bett dazu aber nicht zu verlassen. Über die verbogenen Schienen der Hafenbahn und die angrenzenden Straßen erreichten wir nach kurzem Marsch die Endschleife „Rheinhafen“ der Linie 044. Schon von weitem war der dort abgestellte Triebwagen zu sehen, der Fahrer machte gerade Pause. Die Befürchtung, kurz vor Erreichen der Schleife gingen die Türen zu und der Wagen würde ohne uns abfahren, bewahrheitete sich glücklicherweise nicht.
Nachdem der Zug sich in Bewegung setzte, um sich seinem Fahrtziel Hüls zu nähern, war für uns die Fahrt nach kurzer Zeit schon wieder vorbei. Burg Linn lockte mit virtuellem Kaffeeduft und Kuchen. Das anvisierte Cafe war tatsächlich geöffnet, jedoch durch eine geschlossene Gesellschaft ziemlich geschlossen. Als Ausweichlösung entdeckten wir dann in einer Seitenstraße eine sehr geräumige Konditorei - hier wurde erst einmal Pause gemacht.

Von Burg Linn aus führte die Fahrt nach der Kaffepause zur Endhaltestelle Hüls Betriebshof. Der kleine dreigleisige Betriebshof wird als Betriebshof nicht mehr genutzt, dient aber zum Wenden des Zuges (über ein Gleisdreieck) und ist gleichzeitig Abfahrtshaltestelle und Halteplatz des Zuges während der Wendezeit, damit die sehr schmale Straße nicht zugestellt und blockiert wird.
Die Rückfahrt von Hüls endete wieder am Umsteigepunkt Rheinstraße, das neue Fahrtziel hieß nun St. Tönis (Linie 041). Drei Wagen näherten sich nach einigen Minuten über den Ostwall der Haltestelle Rheinstraße und wie beim letzten Mal war wieder der dritte Wagen der unsrige - die Gruppe rannte nach hinten zum Einstieg - dann zog der Fahrer vor und öffnete erneut die Türen.
St. Tönis liegt westlich von Krefeld; die Linie 041 führt über weite Strecken über freie Felder, die wie ein Flickenteppich von Neubausiedlungen bedeckt sind. Die Blockumfahrung an der Endstelle St. Tönis ist eingleisig und in unmittelbarer Nachbarschaft des Bahnhofs der Krefelder Eisenbahn. Der Museumszug „Schluff“ hat hier seinen Ausgangspunkt. Beheimatet ist der Zug mitsamt Dampflok wie auch die Busse und Straßenbahnen der SWK mobil im Betriebshof Weeserweg an der St. Töniser Straße. Nach Inaugenscheinnahme des leeren dreigleisigen Bahnhofs fuhren wir mit dem gleichen Straßenbahnwagen wieder zurück in die Innenstadt. Die Gruppe zeigte nun leichte Zerfallserscheinungen und Absetzbewegungungen.

Doch noch waren nicht alle Endstellen des Liniennetzes angefahren. Die (relativ) neue Strecke zur Gartenstadt und nach Elfrath war das nächste Ziel. Erneut ging die Fahrt an den schmucken Villen der Uerdinger Straße vorbei. Ab Bockumer Platz führte die Fahrt jedoch nach Norden und unter dem Europaring hindurch nach Elfrath.

Zwar war mit den beiden Endhaltestellen am Edelstahlwerk nicht das ganze Netz der vormaligen KREVAG (jetzt SWK mobil der Stadtwerke Krefeld) befahren - doch die Fleischtöpfe und Bierkrüge der Gleumes-Brauerei übten eine nicht zu überwindende Anziehungskraft aus, die stärker war als der Charme der Industriekulisse von ThyssenKrupp Steel am südlichen Ende der Linien 042 und 043.
Also zurück von Elfrath zur Innenstadt! Von der Rheinstraße ging es nun in kurzer Fahrt (zwei Haltestellen) bis zum Friedrichplatz und zu Fuß bis zum Brauhaus. Dort klang der Tag aus mit frischgebrautem Altbier, serviert auf einer langen Holzstange (statt des Kölner Kranzes) und deftiger Brauhausküche.

Henning

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