Funtreffen in der Schweiz - Pfingsten 2005

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Das Funtreffen ist mittlerweile eine feste Institution aller schwulen Eisenbahnfreunde geworden. Ein verlängertes Wochenende vollgepackt mit gemeinsamen Ausflugsfahrten, Besichtigungen und Abendveranstaltungen bis hin zur Szene-Erkundungen im Veranstaltungsort. Nach Köln, Hamburg, Stuttgart und München haben wir uns im letzten Jahr auf Einladung unserer Schweizer Freunde in Zürich und Luzern getroffen. Klaus war dabei und weiß eine Menge zu berichten.

Unsere Freunde vom PINK RAIL Schweiz hatten das diesjährige FUN TREFFEN ausgerichtet. Treffpunkt war die feine und noble Stadt Zürich. Wir merkten es gleich, als wir den Bahnhof verließen. War hier nicht alles mindestens eine Spur sauberer als in Köln? Jedenfalls stießen wir nicht gleich auf allen möglichen Müll und Unrat, wie wir es von deutschen Städten leider allzu oft gewohnt sind. Und dann die doch zum Teil schon nostalgisch anmutenden Straßenbahnen aus den sechziger und siebziger Jahren, die in rascher Reihenfolge und aus allen Richtungen kommend den Bahnhofsvorplatz anfuhren, ließen das Herz eines jeden Straßenbahnfans höher schlagen.
Wir Flügelrädler hatten uns fast komplett im Hotel Arlette einquartiert, nur ein paar Minuten vom Bahnhof entfernt. Wie praktisch, liegt es doch auch nicht weit weg von unserem ersten abendlichen Treffpunkt, dem Restaurant Crazy Cow, entfernt. Im strahlenden Abend-Sonnenschein brauchten wir nur wenige Stufen zur nächsten Straße hoch laufen. Zürich ist ja bekanntlich sehr hügelig. Und dann noch einmal die steile Straßenbiegung hoch und schon standen wir vor der Crazy Cow. Die Straße geht anfangs gerade, aber doch ziemlich heftig bergauf, und die Tram nimmt diesen Weg mit. Von unten stehend, staunten wir doch etwas, wie sie scheinbar mühelos die Steigung schafft und dann noch genau in der Kurve halten muss, weil ausgerechnet dort die Haltestelle liegt. Im Lokal dann das erste Treffen, der sogenannte „Kennenlern-Abend“; aber eigentlich kannten sich fast alle, und so wurde es ein gemütlicher Abend in vertrauter Runde wie es voriges Jahr in München auch schon war.

Am nächsten Morgen fuhren wir mit einer wunderbaren alten Tram aus den zwanziger Jahren zum kleinen Tram-Museums-Depot Wartau. Hier hatten wir ausgiebig Zeit, altes Wagenmaterial zu bestaunen. Daniel von den PINK RAILERN erzählte uns viel Historisches von der Zürcher Tram und führte uns durch die Halle. Nach einer kurzen Pause ging’s weiter mit unserer schönen Straßenbahn durch Zürich.
Am Bahnhof Wiedikon hieß es dann umsteigen in den kleinen Dampfzug nach Zürich-Giesshübel. Ein putziges Dampflökchen mit passenden drei Wagen stand schon auf dem Bahnsteig bereit und wartete auf die Truppe. Nach kurzer Fahrt kamen wir nach Zürich-Giesshübel. Dort war erst mal Fototermin für den Dampfzug und Besuch der Betriebsleitstelle und des Depots der Sihltal-Zürich-Uetlibergbahn. Nach einer Pause fuhren wir weiter nach Sihlwald, um von dort, nach einer weiteren Pause und Besichtigung der Bahnhofsanlagen, über Sihlbrugg und Zug nach Luzern zu fahren. Auf dem Bahnhof in Luzern war ein ziemliches Gewusel, was sich auf dem Bahnhofsvorplatz fortsetzte. Kein Wunder: Es war ja auch Rushhour, und für die kleine Stadt Luzern war mindestens genauso viel los wie auf dem Kölner Bahnhof. Woraus man schließen muss, dass die Schweizer die öffentlichen Verkehrsmittel mehr nutzen als die Deutschen. Uns fielen gleich die O-Bus-Leitungen auf. Bei uns gibt es so was m.W. nur noch in Solingen und Eberswalde (und Esslingen! Anm. des Webmasters). Nur ein paar Schritte vom Bahnhof entfernt liegt der Vierwaldstätter See, und wir standen an der Straßenbrücke, die die beiden Stadtteile links und rechts des Sees verbindet. Von dort fällt der Blick auf das Wahrzeichen der Stadt, die schöne alte Holzbrücke aus dem Mittelalter, die schräg über den Fluss verläuft und jedem aus unzähligen Fotomotiven bekannt ist. Der Abend fand seinen Ausklang im Restaurant zur Ente, Stammlokal der Pink Railer.

Am nächsten Tag, dem Sonnabend, ging es wieder nach Luzern. Für die einen war ein Arbeitstreffen der Vorstandsmitglieder unserer Eisenbahnvereine angesagt, die anderen konnten sich im Verkehrshaus, dem großen Museum für Technik und Verkehr, umgucken. Für den Nachmittag stand ein schöner Ausflug auf dem Vierwaldstätter See nach Vitznau mit Weiterfahrt auf den Rigi-Gipfel auf dem Programm. Schade, dass es schon mittags anfing zu regnen und der Himmel sich nach und nach sich mit dunkelgrauen Wolken eindeckte. So konnten wir nur erahnen, wie landschaftlich schön der Vierwaldstätter See bei Sonnenschein ist und ebenso die Fahrt mit der Rigi-Bahn nach Rigi Kulm. Je höher wir kamen, umso grauer, nasser und kälter wurde es. Die Sicht lag nur noch bei einigen Metern. Kurz vor dem Gipfel, die Bahn machte Zwischenstation an Rigi Staffel, wo mehrere Pensionen und Hotels zu sehen waren, hellte es sich kurz auf. Nach einigen Metern Weiterfahrt bergauf kamen wir so richtig in die Nebelschwaden rein. Oben angekommen war leider nichts von der viel gerühmten Aussicht zu sehen. Ziemlich kalt war es hier oben auch noch. Glücklich konnte sich jeder schätzen, der einen Pullover oder Jacke mitgenommen hatte. Was sollten wir jetzt hier oben machen? Aus der geplanten Gipfelwanderung wurde nichts. Neben der Bahnstation lag gleich das Panorama-Restaurant. Also blieb nur die Möglichkeit, sich dort zu stärken und auf den nächsten Zug zur Abfahrt nach Arth-Goldau zu warten. Fahren von Vitznau nach Rigi Kulm die roten Züge, so geht’s auf der anderen Seite nach Arth-Goldau mit den blauen Zügen wieder ins Tal runter. Die unterschiedliche Farbgebung hat damit zu tun, dass es früher zwei konkurrierende Bahngesellschaften waren. Heute sind diese fusioniert und das Fortbestehen des Bahnbetriebes ist gesichert. Für Gäste, die sich rechtzeitig angemeldet hatten, bestand am Abend die Möglichkeit die „Signalhalle“ von Markus und Sami in Steinen zu besuchen. Wer nicht dabei sein konnte, sollte sich die einmalige Sammlung von Stellwerkseinrichtungen und Signalen nicht entgehen lassen und die „Signalhalle“ mal besuchen.
Vom Rest der Gruppe trat jeder sein individuelles Wunschprogramm an. Jetzt war auch mal Zeit, Zürich zu Fuß zu durchstreifen. Abends traf man sich noch zufällig in der Altstadt, Zürichs Amüsiermeile, wo auch etliche schwule Kneipen liegen, auf ein Bier.

Für den Sonntag war ein Ausflug nach Bauma und nach Schaffhausen angesagt. Ein Dampfzug fuhr uns durch das Zürcher Oberland über Bäretswil, Neuthal nach Bauma. Der Ort liegt ruhig und landschaftlich wunderschön in einem weiten Tal. Dort war Bahnhofsfest. Hier konnten wir die Bahnhofsanlagen besichtigen. Das Wetter war auch wieder besser geworden und die Sonne schien teilweise; die dunklen Regenwolken sahen wir nur von der Ferne. Auf der Weiterfahrt haben wir von Winterthur nur den Bahnhof gesehen. Ein kurzer Besuch hätte sich aber gelohnt. Einige von uns hatten in Abänderung des Programms einen Abstecher in die Innenstadt unternommen. Auch hier fällt erst mal der O-Bus ins Auge, wenn man den Bahnhof verlässt, dann die schönen alten gepflegten Häuser aus verschiedenen Zeitepochen.
Wir fuhren weiter nach in Richtung Schaffhausen. Endstation war für uns der Haltepunkt Schloss Laufen. Das Schloss liegt oberhalb des Wasserfalls und beherbergt heute ein Cafe-Restaurant. Nach wenigen Schritten waren wir am Rhein an der Aussichtsterrasse. Es ist schon beindruckend, wie die Wassermassen mit Getöse und weißschäumender Gischt ins Tal donnern.

Das offizielle Programm des FUN-Treffens war hiermit beendet. Es war ja noch früher Nachmittag und noch Zeit für einen individuellen Ausflug. Eine kleine Gruppe fuhr nach Stein am Rhein, andere blieben noch am Wasserfall
oder fuhren zurück nach Zürich. Bevor alle am Montag wieder heim fuhren, fand noch traditionsgemäß das Abschlusstreffen statt. Das Cafe Les Arcades im Zürcher Hauptbahnhof mit seinen schönen restaurierten Räumen eignete sich dafür bestens. Für alle, die noch nicht abgereist waren, wurde spontan eine Expedition aufs Bahnhofsdach durchgeführt. Zum Entsetzen des Sicherheitspersonals liefen da plötzlich einige Gestalten auf dem Dach herum. Der Bahnhofschef, der uns übers Dach führte, konnte die Aufpasser aber wieder beruhigen.
Vielen Dank an die Organisatoren Markus und Samuel! Und wo wird das FUN-Treffen im nächsten Jahr stattfinden? Dort wo es wirklich noch viel Historisches (nicht nur bahnmäßig) zu entdecken gibt. Freuen wir
uns auf Pfingsten 2006 in Berlin!

Klaus J., Köln

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