Funtreffen in München - Pfingsten 2004

MEHR BILDER    

Über das Pfingstwochenende hatte der FES die schwulen Bahnfreunde aus dem deutschsprachigen Raum zum 4. Funtreffen, diesmal in München, eingeladen. Rund 60 Leute waren gekommen, viele natürlich aus dem süddeutschen Raum, aber auch Hamburg, Berlin, Hannover, das Rheinland und die Schweiz waren vertreten. Allein 17 Teilnehmer stellte das Flügelrad, vier davon waren bereits bei der Urlaubswoche Oberbayern im Vorfeld des Funtreffens mit von der Partie.

Die FES-Regionalgruppe München hatte ein tolles Programm organisiert - ausgetüftelt von Peter und Ernst bis ins Feinste. Nach einem Kennenlernabend am Donnerstag ging es freitags mit einem Besuch des ICE-Betriebswerks München los. Ein altgedienter Lokführer führte uns durch die Halle und gab auf die zahlreichen Fragen erschöpfende Antwort. Die anschließend vorgesehene Besichtigung der Leitstelle von DB Netz war leider von der DB kurzfristig abgesagt worden, statt dessen improvisierte Peter eine stadt- und eisenbahngeschichtliche Tour von der Münchner Innenstadt bis in den Süden zur Großhesseloher Brücke. Abends war ein gemeinsames Essen im Szeneviertel rund um den Gärtnerplatz angesagt, danach zog man ins schwule Kulturzentrum „SUB“ oder konnte sich in der Szene austoben.

Der Samstag begann mit einem Stadtrundgang unter Führung eines professionellen Stadtführers, der uns sehr kurzweilig viele Dinge aus Münchens Kultur und Geschichtenahebrachte und auch nicht vergaß, immer wieder schwule Bezüge herzustellen. Nachmittags stand ein weiterer Höhepunkt auf dem Programm, eine Tramsonderfahrt kreuz und quer durch München, die uns u.a. bis nach Grünwald führte. Selten befahrene Betriebsstrecken gehörten ebenso dazu wie zahlreiche Fotogelegenheiten. Abends folgte das „gesellschaftliche“ Highlight: ein bayerischer Abend mit einem Buffet, unter dem sich die Tische bogen. Bayerisch wurde der Abend nicht nur dank der Spezialitäten auf dem Buffet, sondern auch wegen einiger Herren, die anfangs von vielen Teilnehmern etwas kritisch beäugt wurden. Die kernigen Typen, mit kräftigen Waden und in „Krachlederne“ gehüllt, waren unschwer als Schuhplattler-Gruppe zu erkennen. Nicht auf den ersten Blick sah man allerdings, daß es sich um schwule Schuhplattler handelte! Im Laufe des Abends gaben sie uns immer wieder Kostproben ihres Könnens und brachten den Saal in Stimmung.

Der Sonntag begrüßte uns mit einem stahlblauen Himmel - gerade richtig für die geplante tagesfüllende „Wendelstein-Überquerung“. Mit Regionalexpress und - ab Rosenheim - mit einem ÖBB-City-Shuttle reisten wir nach Brannenburg im Inntal. Zu Fuß ging es weiter bis zur Talstation der Wendelstein-Zahnradbahn. Ein extra eingelegter moderner Doppeltriebwagen, der auf den schönen Namen „Prinz Luitpold“ hört, brachte uns in halbstündiger Fahrt durch Wald, über Bergwiesen und schließlich entlang steiler Felswände hinauf zum Wendelstein. Dort oben hatten wir reichlich Zeit, entweder zum Mittagessen auf der Sonnenterrasse und/oder für einen Aufstieg zum eigentlichen Gipfel auf 1837 m Höhe. Das Panorama an diesem prachtvollen Tag war natürlich einzigartig. Nach erfolgter Stärkung fuhren wir nachmittags auf der anderen Seite talwärts - mit der Luftseilbahn nach Osterhofen an der Bahnlinie Bayrischzell - Schliersee - München. Hier verkehren die bekannten „Integrale“ der Bayerischen Oberlandbahn (BOB). Das weitere Programm war von den Organisatoren etwas im Dunkeln gelassen worden. Wir wußten nur so viel, daß uns nach kurzer Fahrt mit der BOB in Hausham ein Reisebus erwarten würde. Das war auch recht angenehm, denn unser Integral war dem Pfingst-Ausflugsverkehr kapzitätsmäßig nicht ganz gewachsen - dazu noch 60 schwule Bahnfreunde führten zu mittelschwerer Überfüllung.
Der klimatisierte Bus startete in Hausham zur Fahrt ins Blaue und schaukelte uns durch die oberbayerische Bilderbuchlandschaft. Bald tauchte vor uns ein See auf, an dem Schienen entlangführten - das mußte wohl der Tegernsee sein. Der See blieb wieder zurück, die Tegernseebahn auch, es ging in die Berge Richtung Achenpaß. Endlich bog der Bus in ein schmales Fahrsträßchen ein und hielt vor einem imposanten Gebäude - wir waren in Wildbad Kreuth! Da dieser Name ja allgemein für fortschrittliche, schwulenfreundliche Politik steht, nahmen wir uns natürlich die Zeit für ein Gruppenfoto, leider ohne Edmund und Angela. Nach diesem Intermezzo ging es ein Stück zu Fuß weiter bis zu einer romantischen Berghütte. Hier konnten wir den ereignisreichen Tag bei deftigen Speisen und bayerischem Bier ausklingenlassen. Als die Sonne hinter den Gipfeln versank, wurde es rasch kühl, und wir wanderten zum Bus zurück. Dieser brachte uns über den Achenpaß, an der österreichischen Grenze und dem Sylvenstein-Stausee entlang zum Bahnhof Lenggries. Hier wartete wieder ein BOB-Integral, der uns nun zügignach München zurückbrachte.

Am Pfingstmontag war bereits Abschied angesagt. Petrus war auch traurig und ließ ein paar Tränchen aus den Wolken fallen. Bevor sich die Teilnehmer aber wieder in alle Himmelsrichtungen zerstreuten, gab es noch ein gemeinsames Weißwurstessen zum Ausklang. Bernd, der Vorsitzende des FES, übergab zum Schluß sozusagen die olympische Fackel an Markus aus der Schweiz, denn für 2005 haben uns die Schweizer Freunde zum 5. Funtreffen in die Region zwischen Zürich und Luzern eingeladen. Darauf kann man sich bestimmt schon freuen (z.B. Fahrt auf die Rigi, Dampfzug durchs Sihltal und vieles mehr), aber zuerst müssen die vielen schönen Eindrücke aus München und Umgebung, die uns Peter, Ernst und ihr Team vermittelt haben, verarbeitet werden. Also dann, auf ein zahlreiches Wiedersehen 2005 in der Schweiz!

Hans

Flügelrad aktuell - Terminkalender - Berichte - Bilder - Kontakt - Mitgliedsantrag - Satzung - Impressum

© 2004 Flügelrad e.V.