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Unsere Freunde vom Lokruf Berlin hatten dieses Jahr zum Funtreffen nach Berlin eingeladen - und diesem “Lockruf” konnten nur wenige widerstehen. Bis zu 90 (!!) Teilnehmer waren an den verschiedenen Programmpunkten dabei. Ein toller Erfolg für das Berliner Organisationsteam Werner, Kai-Uwe und Peter. Den dreien an dieser Stelle ganz herzlichen Dank für die viele Arbeit. Und die Teilnahme hat sich wieder einmal gelohnt! Beim traditionellen Kennenlerntreffen am Donnerstagabend platzte das Stammlokal des Lokruf, der “Sonntagsclub” im Prenzlauer Berg, schon aus allen Nähten. Viele bekannte Gesichter sah man wieder, aber auch neue. Aus Deutschland, Österreich und der Schweiz waren sie gekommen, sogar Dänemark und Norwegen waren diesmal vertreten. Ein reichliches Buffet sorgte für gute Laune und die richtige Einstimmung. Das offizielle Programm begann am Freitag mit einem Vortrag im S-Bahnhof Jannowitzbrücke, in dem uns Reichsbahnrat i.R. Schröter fachkundig über die Planung und Realisierung der neuen Berliner Bahnanlagen, des sog. Pilzkonzepts, Am Freitagabend durften wir Berlin einmal aus einem ganz anderen Blickwinkel erleben: vom Wasser aus. In der Nähe der Jannowitzbrücke begann eine gut dreistündige Rundfahrt per Schiff über die Spree und den Landwehrkanal. Zeigte sich das Wetter während des Pfingstwochenendes eher von der kühlen, teilweise auch nassen Seite, so war an diesem Abend der Wettergott auf unserer Seite. Die Sonne schien, und man konnte die Schiffstour vom Oberdeck aus genießen. Wir schipperten spreeabwärts Der Samstagmorgen war traditionell dem Arbeitstreffen der “Anführer” gewidmet, parallel dazu gab es ein “Damenprogramm” mit Besuch einer großen Modellbahnanlage - wer wollte, konnte natürlich auch einfach durch Berlin bummeln oder shoppen, zu sehen gibt es schließlich genug. Am frühen Nachmittag trafen sich alle im S-Bahn-Museum Griebnitzsee, das extra für uns geöffnet wurde. In einem ehemaligen Unterwerk sind hier viele interessante Dinge zur bewegten Geschichte der Berliner S-Bahn zusammengetragen, ausführlich erläutert von zwei kompetenten Museums-Mitarbeitern. Einer der Höhepunkte war ohne Zweifel die anschließende Straßenbahn-Sonderfahrt durch Potsdam, der strömende Regen tat der guten Laune dabei keinen Abbruch. Unweit des S-Bahn-Museums Griebnitzsee begann die Fahrt in der Schleife “Babelsberg Fontanestraße”. Hier erwarteten uns gleich zwei Sonderzüge: eine Garnitur aus Abends strömte wieder alles zum Prenzelberg in den “Sonntagsclub”. Hier wartete ein Festbuffet auf uns mit diversen exotischen Köstlichkeiten, das die “Weltküche” (der Name ist Programm) für uns gezaubert hatte. Aber nicht nur Kulinarisches, auch kulturelle Höhepunkte wurden geboten: Überraschung des Abends war der Auftritt der Gruppe “Männerminne”, die uns einen tollen Querschnitt aus ihrem Programm darbrachten. Schwule Bahnfreunde als Publikum hatten die Jungs bisher noch nicht gehabt - extra für uns hatten sie deshalb ein Lied kreiert, das mit den Namen diverser Berliner S-Bahn-Stationen spielte. Langanhaltender Beifall war der Lohn, eine Zugabe mußte natürlich auch noch her. Erst zu später Stunde leerte sich der “Sonntagsclub” nach einem gelungenen Abend. Am Sonntag mußten alle ziemlich früh raus, um 9.15 Uhr war Treffen am Bahnhof Lichtenberg angesagt. Wer die Entfernungen in Berlin kennt, kann einschätzen, um welche Uhrzeit manch einer dafür schon in die S-Bahn steigen mußte. Mit dem Küstriner Regionalzug ging es über die Ostbahn nach Müncheberg, wo ein Ausflug mit der Buckower Kleinbahn auf dem Programm stand. Diese Nebenbahn - einstmals sogar schmalspurig (750 mm) - wird elektrisch mit 600 V Gleichstrom betrieben. Das exotische Erbe aus Vorwendezeiten war der DB natürlich bald Nachmittags ging es zurück über Müncheberg und die Ostbahn bis zum Bahnhof Strausberg, wo eine Fahrt mit der “Strausberger Eisenbahn” auf dem Programm stand. Die “Eisenbahn” hat inzwischen ihren Güterverkehr aufgegeben - die elektrischen Bügeleisen sind heute in Buckow zu bewundern - und ist eigentlich nur noch eine Überlandstraßenbahn. Die achtachsigen Tatra-Gelenkwagen sind in Deutschland einzigartig und stammen aus dem slowakischen Kosice. Eine weitere Besonderheit des Betriebes ist die Fähre über den Straussee: eine elektrisch mit Damit war das vielfältige Hauptprogramm auch schon vorbei, viel zu schnell wieder einmal. Am Montagmorgen trafen sich die meisten vor der Heimfahrt noch einmal im Ostbahnhof zu einem gemeinsamen Frühstück und zum tränenreichen Abschied. Sicherlich kein Abschied für immer, denn auch 2007 wird es wieder ein Funtreffen der schwulen Bahnfreunde geben, und zwar.... in Köln! Hans |
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