EUROPRIDE- Express 2002

Flügelrad e.V. hat in diesem Jahr nicht mit einem eigenen Wagen am CSD teilgenommen, sondern gleich mit einem ganzen Zug. Am Donnerstag vor der großen Parade gingen zwei gekuppelte KVB-Stadtbahnwagen auf große Fahrt und zeigten  Einheimischen und Touristen im Verlauf der vierstündigen Fahrt sowohl Stätten schwuler Geschichte und Gegenwart als auch die grüne oder  ländliche Seite von Köln. Gelungen kommentiert wurde die Fahrt von den Kölner Szenegrößen Stefan Runge und Claus Vinçon, die auch Kölnern noch viel Neues aus ihrer Heimat berichten konnten. Leider ließen sich die geplanten Live-Auftritte der beiden singenden Entertainer an Bord nicht realisieren, aber auch als Konserve verbreiteten sie gute Stimmung in beiden Zugteilen.

Währenddessen reichten Flügelradler im Kellner-Outfit - je nach Tageszeit - zunächst ein Gläschen Sekt zur Begrüßung, anschließend dann Kaffee, Tee und ausgesprochen leckeren Kuchen (aus Aachen!), gefolgt von dem ersten Kölsch und liebevoll angerichteten belegten Brötchen. Und das Beste: Alles war schon im Preis von 20 EUR inbegriffen und wurde am Platz serviert.

Klar, dass so eine Fahrt nicht ohne Werbe(verkaufs)veranstaltung auskommt. Neben Flügelrad-Pins und anderen Devotionalien gab's aber auch Infos über unseren Verein und unaufdringliche Präventionsbotschaften von Check Up, der Gesundheitsagentur der Aids-Hilfe Köln, zu deren Gunsten die Benefiz-Fahrt stattfand.

Ein Höhepunkt der Fahrt war denn auch die Übergabe eines überdimensionalen Schecks in Höhe von 1.000 EUR an die mitgereisten Vertreter von Check Up während einer Verschnaufpause im Südosten der Stadt. Apropos Pausen: Selbst die Pinkelpausen waren perfekt organisiert, und an mehreren Zwischenstopps führte Carsten, der sicher und ruhig über die Gleise der Domstadt fuhr, seine Fahrgäste dann auch noch zum stillen Örtchen.

Währenddessen konnte das Servicepersonal neues Trinkwasser an Bord nehmen, die Tische von Kaffee und Kuchen auf Kölsch und belegte Brötchen umdekorieren, um sich dann wieder auf die individuelle Versorgung der Fahrgäste zu konzentrieren. Diese kamen aus Skandinavien oder Köln, waren jung oder älter, und einer feierte sogar mit seinem Freund seinen 30. Geburtstag  - eine gelungene Überraschung für das Geburtstagskind.

Am Straßenrand und an den Haltestellen zog der Regenbogen-Zug immer wieder die Aufmerksamkeit  der Passanten auf sich. Wahrscheinlich hätte sogar mancher Hetero die Bahn mit Kölsch und Musik seiner Linie vorgezogen.

Wie immer geschieht  die meiste Arbeit im Verborgenen: Schon am frühen Morgen hatten die ersten Flügelradler begonnen, Kaffee zu kochen, Brötchen zu schmieren und zu belegen und schließlich die beiden Wagen zu schmücken und auszustatten. Als Stefan Runge, Claus Vinçon und das übrige  Servicepersonal an Bord gingen, war eine perfekte schwule Kneipe auf Rädern mit bester Versorgungslage entstanden - und jeder weiß, dass auch das Abbauen noch Arbeit macht.

Fazit: Mit großem persönlichen Einsatz vieler Flügelradler hat eine perfekt organisierte und werbewirksame Straßenbahnfahrt das CSD-Programm wirklich bereichert. Noch in der Nacht waren am Kiosk die Fotos und Berichte im Kölner Stadtanzeiger und in der Kölnischen Rundschau nachzulesen. Und Check Up kann die 1.000 EUR gut für seine Arbeit gebrauchen.

Ansgar

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