Canal-Pride in Amsterdam 2003

 

CSD einmal anders -  dieses Motto (u.a.) zog uns am ersten August-Wochenende 2003 nach Amsterdam. 13 Leute am Wochenende in Amsterdam unterzubringen - und das noch möglichst preisgünstig - ist ein Kunststück für sich, aber dank Internet und ein bisschen Glück klappte das sogar.
Im Laufe des Freitag trudelte die Mannschaft nach und nach in der Grachtenstadt ein. Unser gemütliches Hotel lag unweit von Concertgebouw und Museumplein, also nah am Zentrum, das per Tram in wenigen Minuten zu erreichen war. Der Freitagnachmittag wurde in der Stadt verbummelt. Zum Abendessen stürzten wir uns mitten ins Touri-Zentrum am Leidseplein, dann zog es uns Richtung Szene an Rembrandtplein und Amstel. Am Vorabend des Canal-Pride war hier  natürlich die Hölle los - in die Kneipen kam man gar nicht erst rein, Bier gab's draußen an Bierständen mit kräftiger Beschallung. Schließlich fanden wir ein Eckchen in einem ganz „normalen“ Straßencafé am Rembrandtplein, von wo aus wir einen tollenmAusblick auf die vorbeiflanierenden Herren der Schöpfung hatten.

Nach dem guten Frühstück am Samstagmorgen benahmen wir uns erst  mal ganz touri-mäßig und machten vom Hauptbahnhof aus eine Grachtenrundfahrt. So bekommt man nämlich am besten einen Überblick über das Stadtzentrum, und zu gucken gibt es viel. Danach stand der Albert-Cuyp-Markt auf dem Programm, der wirklich sehenswert ist und auf dem man so ziemlich alles kriegt. Gegen Mittag wurde es dann Zeit, sich ein Plätzchen für die Parade zu suchen. Zum Glück ist das in Amsterdam längst nicht so ein Problem wie beim CSD in Köln, da geht es noch etwas familiärer zu. Wir postierten uns an der Prinsengracht, einige in der prallen Sonne auf einer Brücke, die anderen lieber seitwärts im Halbschatten. Bis es endlich losging, wurde unsere Geduld noch etwas strapaziert. Aber die Parade selbst entschädigte uns für die Wartezeit mit einem Feuerwerk an fantasievoll geschmückten Booten, tollen Kostümen mit viel oder ganz wenig Stoff - und das, was in dem wenigen Stoff steckte, war meistens auch nicht zu verachten. Wir schauten und amüsierten uns stundenlang - jedenfalls einmal eine ganz andere Parade, als wir sie kennen. Eins ist allerdings genauso wie in Köln: irgendwann schmerzen die Beine, und man kann nicht mehr stehen. So verlagerten wir uns schließlich zum schwulen Straßenfest an der Westerkerk und machten von da aus einen Rundgang durch den Jordaan, ein altes Amsterdamer Viertel mit vielen witzigen Läden und Lokalen, das von Touristen nicht so überlaufen ist. Eine kleine Kneipe hatte eine Holzbank auf dem Bürgersteig postiert, die wir dankbar nutzten, um unsere müden Beine etwas zu schonen. Matthias betätigte sich sofort spontan als Kellner und kam mit einem Tablett Freibier wieder heraus - schließlich hatte er seinen Geburtstag genau auf das Datum des Canal-Pride gelegt!

Am Sonntag klang das Wochenende recht geruhsam aus. Wir besuchten die Museumsstraßenbahn und fuhren mit einem Original Wiener Zug hinaus Richtung Amstelveen. Anschließend reichte die Zeit sogar noch für eine Stadtrundfahrt mit einem historischen Amsterdamer Zug kreuz und quer durch die Stadt.
Nachmittags ging es dann wieder heimwärts - die einen vornehm per ICE  (mit ausgefallener Klimaanlage), die anderen etwas preiswerter mit Regionalzügen  über Nijmegen (mit verpasstem Anschluss) und Venlo. Angekommen sind aber alle, und hier und da wurde auch schon der Ruf nach Wiederholung laut.

Hans

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